Beratung & Gutachten

Grundlagen

Sehschädigungen und Sehbeeinträchtigungen sind von ihrer Ursache, ihrem Umfang und ihren Folgen für den Alltag, die Schule und den Beruf sehr unterschiedlich. Unsere Unterstützung und Beratung basiert daher stets auf:

  • einer medizinischen Diagnostik durch die behandelnden Fachärzte, 
  • einer Diagnostik des funktionalen Sehens, 
  • der Beobachtung der Fertigkeiten im Unterricht oder Kindergarten,
  • den Fachgesprächen mit Eltern und dem pädagogischen Personal
  • sowie einer Erprobung von Hilfsmitteln vor Ort.

Anhand dieser Informationen erstellen die Kolleginnen und Kollegen eine individuelle Hilfe- und Förderplanung bezüglich:

  • der Gestaltung des Unterrichts,
  • der räumlichen Bedingungen (Sitzposition, Licht, Kennzeichnung etc.),
  • der Einführung und Nutzung von individuellen Hilfsmitteln.

 

Unterstützungsangebote

 

Die jeweilige Form der Unterstützung hängt von den Bedürfnissen, den Bedarfen, den aktuellen Zielen und Notwendigkeit vor Ort ab. Ziel ist, eine größtmögliche Teilhabe in der Schule und bedingt im Alltag zu erreichen. Welche Form der Unterstützung notwendig ist, zeigt sich zumeist erst im Prozess und wandelt sich im Lauf der Begleitung.

 

Unser Schwerpunkt ist die Beratung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Sehschädigungen im Unterricht der allgemeinbildenden Schule. Dabei gestaltet sich das Angebot ganz unterschiedlich, dem derzeitigen Bedarf des Schülers entsprechend. Auf der Grundlage von regelmäßigen Hospitationen während des Unterrichts resultieren neue Ziele und Inhalte der Beratung und Unterstützung. Verantwortlich für einen inklusiven Unterricht bleibt jedoch die zuständige Schule. Mögliche Themen sind beispielsweise: 

  • Training im Gebrauch des Hilfsmittels
  • Auseinandersetzung mit der Behinderung
  • Einzelförderung (Punktschrift, Bildschirmlesegerät, EDV am Notebook, Monokular, Lebenspraktische Fertigkeiten)
  • Aufarbeiten von Unterrichtsinhalten

Eine regelmäßige Unterstützung setzt die Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs Sehen voraus. Dieser ist an eine erhebliche Sehschädigung gebunden. Dabei gilt der Visus < 0,3 (entspricht ca. 30% der normalen Sehleistung) nach Korrektur als Richtwert. Jedoch auch Einschränkungen des Gesichtsfeldes, Farb-Seh-Schwächen etc. können die Unterstützung notwendig werden lassen.

 

Verfahren zum sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf

Ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf kann im Beratungsprozess überprüft werden. Die Feststellung erfolgt - auf der Grundlage eines Gutachtens des Mobilen Dienstes in Zusammenarbeit mit der zuständigen Schule - durch die Landesschulbehörde.

Das Verfahren weicht nicht von dem regulären "Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs" ab und kann nur durch die zuständige Schule gestartet werden. Die zuständige Schule ist jene Schule, die der Schüler oder die Schüler gerade besucht bzw. die für das einzuschulende Kind zuständig ist.

 

Zur Aufnahme des Verfahrens schickt die Schulleitung folgende Unterlagen an den Mobilen Dienst Sehen:

  • Anschreiben mit Überprüfungsauftrag
  • FB 0, 1 und 2 
  • ausgefülltes Neuaufnahmeformular (s.u.)

 

Nach Erhalt des Feststellungsbescheides durch die NLSchB beantragen die Schulen formlos per Fax die Aufnahme der Beratung durch den Mobilen Dienst Sehen.

Bitte senden Sie das Neuaufnahmeformular samt Verfügung, Stundenplan sowie Kontaktdaten der Lehrkräfte der Klasse an:

 

Fax: 0531 / 31781365

 

Download
Neuaufnahmeformular
Formular 2018 Beantragung MOD Sehen
2018 Beantragung.pdf
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für Eltern

vor der Einschulung

Ein Jahr vor der Einschulung  nehmen Sie bitte aktiv Kontakt zur Grundschule vor Ort auf. Vereinbaren Sie dort einen Termin mit der Schulleitung.

Schildern Sie dort die besonderen Bedarfe Ihres Kindes, bringen Sie aktuelle Entwicklungsberichte aus dem Kindergarten, der Therapie und der Förderung sowie vom Augenarzt mit. Hilfreich ist hier das Neuaufnahmeformular (siehe oben).

Bitten Sie um eine rechtzeitige "Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Schwerpunkt Sehen". Dieses Verfahren wird durch die Schulleitung einer Schule eingeleitet. Keine Sorge: Ein solches Verfahren verändert nicht den Beschulungsort; über diesen entscheiden nur Sie! Der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf sichert Ihrem Kind jedoch Unterstützung, Hilfe und notwendige Nachteilsausgleiche zu.

 

Bei Bedarf nutzen Sie das Angebot der Beratungssprechstunde (s. unten).

 

 

während des Schulbesuchs

Entsteht bei Ihrem Kind eine Sehschädigung, die seine Entwicklung und sein Lernen beeinträchtigt, so nehmen Sie bitte zum einen Kontakt zur aktuell besuchten Schule auf. Informieren Sie umgehend die Klassenlehrkraft über die Veränderungen. Suchen Sie rechtzeitig das Gespräch. Nehmen Sie zu Ihrer Unterstützung direkt Kontakt mit uns auf. Wir beraten zunächst Sie über weitere Schritte.

Vereinbaren Sie desweiteren einen Termin mit der Schulleitung. Schildern Sie dort die besonderen Bedarfe Ihres Kindes, bringen Sie aktuelle Entwicklungsberichte aus dem Kindergarten, der Therapie und der Förderung sowie vom Augenarzt mit. 

Die Schulleitung wird gemeinsam mit Ihnen - evtl. unter Einbezug von uns - die "Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs im Schwerpunkt Sehen" besprechen und diese bei vorliegendem Bedarf einleiten.

 

Keine Sorge: Ein solches Verfahren verändert nicht den Beschulungsort; über diesen entscheiden nur Sie! Der sonderpädagogische Unterstützungsbedaf sichert Ihrem Kind jedoch Unterstützung, Hilfe und notwendige Nachteilsausgleiche zu.

Beratungssprechstunde

Die Beratungssprechstunden ist ein offenes Angebot für Eltern von Kindern mit Sehschädigungen vor der Einschulung. Gemeinsam mit Kolleginnen des LBZB bieten wir Ihnen eine unabhängige Beratung zu wichtigen Themen rund um die Bereiche Frühförderung, Kindergarten, Schule und Förderung.

 

Zielgruppe: Familien mit sehgeschädigten Kindern von 0 - 6 Jahren, gern auch gemeinsam mit deren Frühförderin / Erzieherin.

 

 

Weitere Informationen erhalten sie hier.